Spieler

Dass ein Top-Spieler auch in Deutschland bereits ein Gehalt bekommt, ist inzwischen Voraussetzung, um national und international als Clan erfolgreich zu sein. Allerdings ist dies derzeit in Deutschland nur bei Rund 5-10 großen Clans der Fall.

Bei den Gehalts-Entwicklungen der letzten Jahre dachte man, es wäre eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis eSportler auch in Deutschland von ihrer Tätigkeit leben könnten. Allerdings stehen dem zuvor noch einige Barrieren im Weg. Im Vergleich zum asiatischen und auch amerikanischen Raum wird dem deutschen eSport noch wenig zugetraut. Zudem gibt es kaum Finanzierungs-Modelle, die ohne Investitionen auskommen. Einige Firmen sind bereits als eSport-Sponsoren bekannt, Unternehmen wie Intel veröffentlichen auf ihrer Internetseite sogar einige Informationen darüber. Trotzdem hat der eSport in Deutschland es noch sehr schwer, um Firmen als Sponsoren zu gewinnen, die bereit sind, einen Top-Spieler mit einem lebensfähigen Gehalt fest einzustellen. Die Entwicklung der letzten Jahre war zwar enorm, trotzdem fehlen auch nach fast 15 Jahren (nach Gründung der ersten Deutschen Liga DeCl) weiterhin finanziell abgesicherte und wachstumsstarke Modelle. Um aber den internationalen Anschluss nicht zu verlieren, muss es auch in Deutschland irgendwann eSport-Profis geben, die für das Trainieren und Spielen so bezahlt werden, dass sie davon leben können.

Nur eine einjährige Auszeit zu nehmen, wie es beispielsweise der Painkiller-Spieler Benjamin Bohrmann, alias „zyz“ für das Training zur CPL World Tour 2005 gemacht hat, kommt für die meisten Spieler nicht in Frage. Ein solcher Spieler muss bereits ein sehr hohes Spielniveau haben auf dem er aufbaut um bei Wettkämpfen an der Spitze mitspielen zu können und damit die höchstmöglichen Preisgelder zu gewinnen. Durch intensives Training hatte es Benjamin „zyz“ Bohrman geschafft, hinter Sander Kaasjager (fnatic.Vo0), Johnathan Wendel (fatal1ty) und Alessandro Avallone (stermy) die World Tour 2005 als Viert-Bester Spieler weltweit zu beenden.

Aber auch gegenüber Familie und Freunde kann ein solcher Ausstieg schwierig zu verargumentieren sein. Es ist eben noch ein Unterschied in Deutschland, ob jemand ein Jahr aussteigt, um sich auf eine Fussball-Karriere vorzubereiten oder statt auf dem Rasen-Platz den Umgang mit dem Ball eher vor einem PC in Form von Hand-Augen-Koordination trainiert.

Gesellschaftliche und finanzielle Risiken sind noch immer in Deutschland mit die größten Hemmnisse für eine Karriere als Voll-Profi.

Der Wert des eSports für marketing- und zielgruppenorientierte Maßnahmen ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Mit der Höhe der Preisgelder und den finanziellen Mitteln, die in den eSport investiert werden, steigt auch der Wert der einzelnen Spieler. Eine Art „eSport-Stipendium“, vergleichbar mit den Sport-Stipendien, wird es wie beispielsweise im Basketball, Leichtatlehtik oder Golf zumindest in Europa aber lange noch nicht geben.

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